Basaltkreuze schmücken wieder das Dorfleben von Greimersburg

 

In der Ortgemeinde Greimersburg wurden zwei alte Wegekreuze aus Basalt neu gesetzt. Die beiden Kreuze stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert und waren jahrelang verschollen. 

 IMG-20220621-WA0021hrt man heute in die Gemeinde Greimersburg von der Landstraße von  Cochem   aus in das Dorf herein, fällt nun ein neu gesetztes altes Basaltkreuz auf der rechten Straßenseite, unmittelbar am Ortsschild, auf. Das Kreuz ist 55 cm hoch und war über die Jahre in der anliegenden Hecke verwachsen und in Vergessenheit geraten. Es trägt die Inschrift: „1584, A, „Hausmarke“, L“. Solche Inschriften sind typisch für Basaltkreuze. Die Hausmarken dienen der Kenn- und Eigentumszeichnung der Sippen beziehungsweise Hofzugehörigkeit. Dadurch kann man die Kreuze den Verstorbenen oder den Stiftern zuordnen. Häufig werden auch einfache Symbole für die Berufszugehörigkeit dargestellt. Durch das Material Basalt werden die Angaben auf den Kreuzen beinahe dauerhaft überliefert. Nach Angaben des Bistums Trier könnte dieses Kreuz auch ein altes Grabkreuz sein.

 

 

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Ein weiteres Kreuz wurde im Browelsberg nördlich von Greimersburg in Richtung Kaisersesch neu platziert. Es trägt auf beiden Seiten jeweils eine Inschrift mit unterschiedlichen Jahreszahlen. Die vordere Seite mit der alten Beschriftung ist in Folge von Beschädigungen nicht mehr zu deuten. Es sind gotische Buchstabenformen. Die Jahreszahl ist jedoch gut zu erkennen: 1418. Durch das längere Betrachten des Kreuzes kann man in der dritten Zeile das Wort „Erschlagen“ erkennen. Basaltkreuze wurden häufig auch als Sühnekreuze aufgestellt, für das Seelenheil der ermordeten Person. Möglicherweise handelt es sich hierbei um solch eines.

Auf der anderen Seite ist eine sehr gut leserliche Inschrift zu finden: „1718, NICLAS CONRATI UND ANNA MARA JACOBS, VM KONEN“ (Quelle: Bistumsarchiv Trier). Das Kreuz wurde in den 1950er Jahren von seinem Platz entfernt.

 

IMG-20220712-WA0018Die Besonderheit an den Basaltkreuzen in unserer Region liegt auch an deren Herkunft. Größtenteils stammen sie aus den Basaltsteinbrüchen von Mayen und Mendig und sind in einem Radius von ca. 30 Kilometern zwischen Rhein, Ahr und Mosel verteilt. Sie wurden damals aufgestellt, um die Frömmigkeit der früheren Bewohner unter Beweis zu stellen.  

 

Dank der Nachforschungen und des Einsatzes von Raimund Berenz und Werner Theisen aus Greimersburg konnten beide Kreuze uns wieder zugänglich gemacht und an ihren angestammten Platz gesetzt werden.